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BILDFLUSS 2017 AKTUELL

Informieren Sie sich hier über Buchvernissagen, Ausstellungen und Projekte von bildfluss.

ARCHEOLOGIE DES ALLTAGS

Göschenen ist im Wandel – ab 2020 wird 70 Meter vom Portal des heutigen Gotthardtunnels die zweite Röhre gebaut.

Blick auf die Rampe für den Autoverlad durch den Gotthardtunnel. Im Hintergrund Silo- und Kiesanlage, die für den Bau des Staudamms auf der Göscheneralp und dem Bau der A2 in Betrieb war.

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Göschenen: Ehemalige Verladerampe der Autozüge.
Göschenen: Anzeigetafel, ehemalige Verladerampe der Autozüge.

ÄS NÄTSCHI UND SAGEN AUS ENGELBERG

Freitag, 10. November, 20.00 Uhr im Hotel Metzgern, Sarnen. «Äs Nätschi» (Obwaldner Dialekt für eine Erzählrunde) hiess die 1988 erschienene Tonbandkassette von Hanspeter Niederberger, (1952–2000). «Äs Nätschi» handelt vom Leben des Giswilers Josef Schrackmann, genannt Bänz Bueb. Nach seinem Begräbnis sitzen die Trauergäste beisammen und erzählen sich Geschichten aus seinem Leben, von Sagenhaftem und Unheimlichem. Denn der Bänz Bueb war einer der mehr wusste als andere.

 

Res Berchtold, Kobi Grünenefelder, Ruedi Kathriner und Barbara Keiser werden den Text von Hanspeter Niederberger als szenische Lesung aufführen. Anni Infanger erzählt Sagen aus Engelberg. Musik: Hans Blum und Peter Berchtold, Moderation Geri Dillier.


ROADMOVIE – KINOMAGIE AUF DEM LAND

Seit 2003 tourt der Filmbus von Roadmovie jeden Herbst durch die Schweiz und zeigt ein attraktives Programm mit aktuellen Schweizer Spiel- und Dokumentarfilmen. Roadmovie fördert den Kulturaustausch zwischen den vier Sprachregionen der Schweiz und ermöglicht Begegnungen mit Filmschaffenden. Am 11. September 2017 zeigt Roadmovie in Menznau LU zum Tourneestart den Film «Unerhört Jenisch». Die Spur des Musikfilms führt nach Obervaz, zu den einst zugewanderten jenischen Familien Moser, Waser und Kollegger und ihrer legendären Tanzmusik. Diese Musikerfamilien haben die Entwicklung der Schweizer Volksmusik wesentlich mitgeprägt ohne dass dies bis heute gewürdigt worden wäre. Zwischen 1926 und 1973 nahm die Stiftung Pro Juventute jenischen Familien mehrere Hundert Kinder ihren Eltern weg, um sie in Heimen und Anstalten zu sesshaften und «brauchbaren» Menschen zu erziehen. Die Fahrenden bezeichnen dieses dunkle Kapitel der Schweizer Geschichte als «kulturellen Genozid», als Zwangsassimilation gegenüber der Mehrheitskultur. Trotzdem ist die jenische Kultur nicht untergegangen. Der jenische Musiker Jon Kollegger sagt dazu: «Miär lebä mit dr Musig, miär spilät nid eifach es Stuck, dass miär s gschpilt hend.» > ROADMOVIE TOURNEE 2017

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Artikel 041–Das Kulturmagazin
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bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Auf den Spuren Jenischer Musik: Dokumentarfilm von Karoline Arn und Martina Rieder.
Die jenischen Musiker Patrik und Martin Walser im Film «Unerhört Jenisch» von Karoline Arn und Martina Rieder.

BUCHVERNISSAGE GEISTER, BANN UND HERRGOTTSWINKEL

Samstag, 2. September,18.00 Uhr

im Historischen Museum Obwalden, Sarnen.

 

Endlich ist es soweit – das längst vergriffene Buch GEISTER, BANN UND HERRGOTTSWINKEL erscheint im bildfluss-Verlag –

neu überarbeitet und erweitert.

 

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme an der Vernissage!

Klara Spichtig, Kuratorin

Christof Hirtler, bildfluss-Verlag

Hanspeter Müller-Drossaart, Lesung

Walter Gisler, Hanspeter Wigger und Peter Gisler, Musiker

 


DIE LETZTE TANKWARTIN VOM GOTTHARD

Seit über 40 Jahren führt Frieda Stern ihre Tankstelle in Gurtnellen. Mit viel Freude versorgt sie ihre Kundschaft nicht nur mit Benzin, sondern auch mit allerlei Anekdoten. Täglich ist sie hier: von 7 Uhr bis 21 Uhr. Die Tankstelle ist ihr zuhause. In der kleinen, zur Tank-stelle gehörenden Küche hat die lebhafte Frau alles, was sie braucht: einen Herd, eine Kaffekanne, ein Radio, ein Telefon, einen Tisch und eine Bank zum Ausruhen. Das Schild mit der Schrift «BEDIENT» ist wortwörtlich zu nehmen. Entschlossen greift sie zum Zapfhahn, öffnet mit ihren kräftigen Händen den Tank und während das Benzin hineinsprudelt, sprudelt so manche Geschichte aus ihr heraus.
Bei Frieda tanken, heisst einen Schwatz halten.

Eine Reportage für die «Schweizer Familie» von Martina Kammermann (Text) und Christof Hirtler (Bild).

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Frieda Stern führt die letzte bediente Tankstelle auf der Gotthard-Nordrampe.
Frieda Stern führt die letzte bediente Tankstelle auf der Gotthard-Nordrampe.

REPORTAGE ÜBER FURK'ART FÜR 041–DAS KULTURMAGAZIN

Das Hotel Furkablick ist einer der magischen Orte für die jüngere Kunst der Schweiz. «1983 lud der Galerist Marc Hostettler James Lee Byars in die alte Herberge unweit der Passhöhe. Der amerikanische Künstler erschien mit schwarzem Hut und wehendem Umhang und goss ein paar Tropfen schwarzen Parfums auf einen der Felsbrocken. Mit dieser Taufe war das Projekt Furkart ins Leben gerufen. Künstler aus aller Welt kamen in das heruntergekommene Haus, das die Familie Müller-Lombardi 1892 im Zuge des aufkommenden Bergtourismus eröffnet hatte, das jedoch mit dem Wandel der Reisegewohnheiten zuletzt in einen Dornröschenschlaf gefallen war. Richard Long, Ian Hamilton Finlay, Mario Merz, Max Bill, Per Kirkeby, Lawrence Weiner, Joseph Kosuth und Jenny Holzer sind nur einige der grossen Namen aus der Gegenwartskunst, die sich von der grandiosen Berglandschaft unweit des Rhonegletschers inspirieren liessen und ihr dezent ihre Visitenkarte anvertrauten.» NZZ, 25. Januar 2004.

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: FURK'ART: Selfie vor der Backsteinplastik von Per Kirkeby auf der Furkapasshöhe.
FURK'ART: Selfie vor der Backsteinplastik von Per Kirkeby auf der Furkapasshöhe.
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BILDWELTEN VON BILDFLUSS FÜR GOTTHARDRASTSTÄTTE

Die Gotthardsraststätte eröffnet im Mai 2018 den Neubau Richtung Süd. Lokale Produkte, Urner Produzentinnen und Produzenten stehen dabei im Zentrum des Shops und des Restaurants.

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Gotthard-Raststätte: Neues Erscheinungsbild.
Gotthard-Raststätte: Bilder von bildfluss Teil des neuen Erscheinungsbilds. Der Schwerpunkt liegt bei lokalen Produzenten, wie Felix Bissig.

FLÜSTERT DER BERG?

Poesie für Reisende.

Seit 2007 steht das Gedicht von Sonja Kreis auf dem Lifthaus bei der ehemaligen Autoverladerampe im Bahnhof Göschenen.

Zehntausende sind im Zug am Kunstwerk vorbeigefahren, viele gleichgültig, andere berührt. Die Arbeit, die Bezug nimmt zum Gotthard, überzeugt durch ihre Schlichtheit und Konsequenz. Da ist nichts zu viel und nichts zu wenig. Der Text ist zweisprachig: Deutsch für Reidende aus dem Norden, Italienisch für Reisende aus dem Süden. Über ihre Arbeit sagt die Künstlerin: «Berge haben für mich etwas Wesenhaftes. Sie sind nicht einfach Gegebenheiten, sondern Wesen, die man achten muss, die gefährlich und schön sind, die heimtückisch sind.»

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Flüstert der Berg? Kunstwerk von Sonja Kreis, Bahnhof Göschenen.
Flüstert der Berg? Kunstwerk von Sonja Kreis im Bahnhof Göschenen.

041–DAS KULTURMAGAZIN

«Abseits – von Einsiedlerinnen und Waldbrüdern»

Das Gedenkjahr zum 600. Geburtstag von Bruder Klaus steht im Zeichen von «Weniger ist mehr». Weniger Krieg, weniger Egoismus, weniger Dummheit. Oder wie Hanspeter Müller-Drossaart in seiner szenischen Lesung beim Staatsakt in Sarnen bemerkte: «Weniger schnorrä, meeh säge!» Thomas Bolli und Christof Hirtler besuchten die Waldschwester Maria Baptista Kloetzli.

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Schwester Benedicta, Einsiedlerin im Tschütschi.
Maria Baptista Kloetzli, Einsiedlerin im Tschütschi.

AUSSTELLUNG RINDVIEHHALTUNG IN URI

Mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft ist die Zahl der Bauernbetriebe im Kanton Uri unter 600 gesunken. Rund die Hälfte sind heute Nebenerwerbsbetriebe, oft mit Schmalvieh oder Mutterkuhhaltung. Bis vor kurzem waren auf Urner Heimbetrieben und Alpen vor allem Braunvieh zu sehen. Heute sind Grauvieh, Dexter, Jersey, Evolèner, Zebu, Limousin oder Yaks keine Seltenheit mehr. 

Christof Hirtler fotografierte für das Historische Museum Uri. > HISTORISCHES MUSEUM URI

bildfluss-Fotografie, Christof Hirtler: Evolèner Kuh kämpft mit ihrem Kalb. Hermanig, Schattdorf UR
Eine Evolèner Mutterkuh spielt mit ihrem Kalb auf dem Landwirtschaftsbetrieb Hermanig (Haldi oberhalb Schattdorf).

REPORTAGE KLOSTERARBEITEN

Klosterarbeiten sind anmutige Kleinerzeugnisse aus der Barockzeit. Die Vielfalt der in der Klosterarbeit verwendeten Techniken ist unüberschaubar – dem Einfallsreichtum und der Phantasie waren kaum Grenzen gesetzt. Breverl (siehe Bild) konnten am Hals getragen, in Kleider eingenäht oder an Rosenkränze gehängt werden. Sie sollten vor bösem Einfluss, Dämonen und Besessenheit, Pest, Feuer, Unwetter und Soldaten vor Kugeln schützen, weshalb sie auch «Kugelfänger» genannt wurden. Christof Hirtler fotografierte im Kloster Seedorf und bei Trudi Ziegler in Flüelen. Die Reportage erschien am 12.4.2017 in der SCHWEIZER FAMILIE.

bildfluss / Christof Hirtler: Klosterarbeiten Trudi Ziegler, Flüelen
Breverl, Klosterarbeit von Trudi Ziegler, Flüelen.

BILDFLUSS MIT DER BAUERNMUSIK ALTDORF ON TOUR

Bildfluss ist verantwortlich für die Projektionen der Bauernmusik Altdorf. Sie ist mit ihrem Programm KLINGENDE SPURENSUCHE unterwegs im Kanton Uri und gibt insgesamt 10 Konzerte. Nächster Auftritt: Andermatt, 5. April 2017, 20.00 Uhr.

Dank dem Nachlass von Tscheslaus Krupski (1882 bis 1940) und Ladislaus Krupski (1883 bis 1947), der sich Hanns in der Gand nannte, besitzt Uri ein sehr wertvolles Kulturerbe aus dem 20. Jahrhundert. Tscheslaus Krupski gilt als der grösster Sammler alter Tanzmusik in Uri. Seine Notenbüchlein enthalten über 900 Melodien. Die Bauernmusik Altdorf macht sich auf Volksmusik von Krupski, 

Jonny Gisler, Hans Ziegler, Hanns in der Gand, Agnes Gisler-Föhn und weiteren Komponistinnen und Komponisten zum Klingen zu bringen. > MEHR

bildfluss / Christof Hirtler: Foto von Agnes Gisler-Föhn
Agnes Gisler-Föhn spielte Schwyzer Örgeli und komponierte Volksmusik. Die Stücke zeichnete sie mit ihrem Kassettenrecorder auf.

VORBESTELLUNG BUCH GEISTER, BANN UND HERRGOTTSWINKEL

Bestellen Sie das Buch GEISTER, BANN UND HERRGOTTSWINKEL zum Subkriptionspreis von Fr. 40.00 (bis 30. Juni 2017).

Nach Erscheinen kostet das Buch Fr. 50.00. > BESTELLEN

Das Buch GEISTER, BANN UND HERRGOTTSWINKEL von Hanspeter Niederberger und Christof Hirtler gilt heute als Standardwerk und ist seit Langem vergriffen.
Ab 2. September 2017 wird das Buch wieder erhältlich sein. Bestellen Sie «Geister, Bann und Herrgottswinkel» jetzt zum Subskriptionspreis von Fr. 40.00 (nach Erscheinen Fr. 50.00).
Sie erhalten das Buch versandkostenfrei zugeschickt.


Hanspeter Niederberger (1952–2000) lebte und arbeitete als Sagenerzähler, Autor und Lehrer in Kleinteil-Giswil. Er forschte, sammelte Sagen, Geschichten und magische Gegenstände, schrieb Bücher und gab sein Wissen an Vorträgen und Kursen
weiter. Als hervorragender Erzähler zog er sein Publikum in den Bann. Niederberger zeigte magische Gegenstände, erklärte ihre Verwendung und erzählte die dazugehörenden Geschichten und Sagen. Auf diesem Prinzip ist auch das Buch «Geister, Bann

und Herrgottswinkel» aufgebaut.


600 JAHRE BRUDER KLAUS 1417–2017

Christof Hirtler fotografierte rund 100 Bruder-Bruder-Klausenbilder in Klöstern, Kirchen und Museen. Die Porträts zeigen eine überraschende Vielfalt unterschiedlichster Sichtweisen und Interpretationen des Heiligen aus fünf Jahrhunderten. Zu sehen im Museum Bruder Klaus, Sachseln. > GALERIE BRUDER KLAUS    > MEHR RANFT    > BEITRAG 041 KULTURMAGAZIN

Bruderklausenstatue, Lungern. Fotografie bildfluss / Christof Hirtler.
Leben mit Bruder Klaus.
Fotografie Bruder Klaus im Alltag von Christof Hirtler Bildfluss
Seilbahn Eierschwand-Ruogig UR.
Fotografie Bruder Klaus im Alltag von Christof Hirtler Bildfluss
Gedenken an Verstorbenen, Lungern.




AUSSTELLUNG «RELIKTE» IM HAUS FÜR KUNST URI

10. Dezember 2016 bis 8. Januar 2017 > www.hausfuerkunsturi.ch

 

RELIKTE sind Überbleibsel, Überreste, Restbestände. Christof Hirtler begab sich auf Spurensuche der bäuerlichen Kultur im Kanton Uri: «Geissställe, die im Wald einwachsen oder Wege zu Siedlungen, in denen niemand mehr ganzjährig wohnt – wie der Weg nach Felmis im Etzlital. Hunderte von Steinplatten bilden eine Treppe mitten im Wald, die sich in vielen Serpentinen emporwindet. Die Kinder gingen von Oktober bis Weihnachten vom Felmis nach Bristen zur Schule – Vieh wurde hinauf- und hinuntergetrieben. Nach der Alpabfahrt blieben die Familien mit ihren Ziegen, Schafen und Kühen im Felmis bis das Heu aufgebraucht war und die Familien mit ihren Tieren talwärts zogen.»

 

«Ich gratuliere ganz herzlich zur eindrücklichen Installation im Haus für Kunst in Altdorf. Mit einfachsten ‹Häinzen› und Bildern aus dem bäuerlichen Alltag versteht es Christof Hirtler bestens, der Landschaft des Kantons Uri ein Gesicht und auch eine Geschichte zu geben. Es ist die Wertschätzung an eine unspektakuläre Arbeit, an alltägliche Tätigkeiten, die von Urnerinnen und Urnern zugunsten einer liebgewordenen Landschaft uneigennützig geleistet wird.»

Frieda Steffen-Regli, Landratspräsidentin des Kantons Uri

 

«Der Fotograf Christof Hirtler setzt sich mit vergehender Tradition auseinander und lässt daraus Erinnerung entstehen. Er hebt, was verloren geht, in Bildern und Erzähldokumenten auf. Im Wechsel der Bilder, unter denen unversehens alte, schwarzweisse Zeitzeug- nisse auftauchen, wird der Zeitenwandel sichtbar, zeigt sich noch einmal – ein letztes Mal? – was verloren geht und uneinholbar in die Vergangenheit einsinkt. Vor den Bildprojektionen nehmen wie eine Herde sagenhafter und traumverlorener Tiere aus dem Gebrauch genommene, hingelegte Häinzi den Raum ein, machen die Erinnerung, die in den Fotografien geweckt und für eine längere oder kürzere Dauer festgehalten ist, handfest und greifbar.»

Urs Bugmann, Kulturjounalist und Mitglied des Kuratoriums der Kunst- und Kulturstiftung Uri.

Aus der Vernissagerede vom 10. Dezember 2016 im Haus für Kunst Uri.

Christof Hirtler in der Online-Ausstellung der Fotodok 1. Nov. 2016 bis 1. März 2017.

Fotografien zum Strukturwandel in der Berlandwirtschaft von bildfluss/Christof Hirtler
«Relikte» – Bilder von Christof Hirtler im Danioth-Pavillon, Haus für Kunst Uri.